Besinnliche Texte


Liebe aus euch ja niemand die Welt und sein Fleisch mehr denn seinen Geist! Jeder bekümmere sich vor allem nur um das, was da ist des Geistes, so wird er auch ehestens das erhalten, was da ist des Geistes, nämlich die volle Gottähnlichkeit! Wer sich aber stets mehr kümmert um das, was da ist der Welt und des Fleisches, ja der muss sich's ja auch ganz allein zuschreiben, dass er auf dem gleichen Nachtgebiete des Todes verbleibt. Darum seid tätig und übertätig für den Geist! Kein Schritt vorwärts gereue euch! Denn da ist eine jede Tat und ein jeder Schritt stets vom höchsten Segen Gottes begleitet.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Wer Jesus und die Wahrheit liebt, wer in sich wohnt und dadurch ganz innig und von allen ungeordneten Neigungen frei geworden ist, der kann sich alle Augenblicke ungehindert zu seinem Gott erheben, kann sich über sich selbst im Geiste erschwingen, kann in Gott seligen Genuss und im Genusse Gottes Ruhe finden.“
Thomas von Kempen (1379-1471)



„In jedem steckt ein Bild dessen, der er werden soll. Solange das nicht ist, ist nicht sein Friede voll.“
Friedrich Rückert (1788-1866)



„Einen Menschen lieben, heißt ihn so sehen, wie Gott ihn gemeint hat.“
F. M. Dostojewskij, (1821-1881)



„Der Weg, der zum Leben des Geistes führt, ist ein dorniger und schmaler! Das will soviel sagen als: Alles, was dir in diesem Leben von Seiten der Menschen auch immer Ärgerliches, Bitteres und Unangenehmes begegnen kann, das bekämpfe du mit aller Geduld und Sanftmut, und wer dir Übles tut, dem tue nicht wieder dasselbe zurück, sondern das Gegenteil, so wirst du glühende Kohlen über seinem Haupte sammeln! Wer dich schlägt, dem vergelte nicht Gleiches mit Gleichem, nimm lieber noch einen Schlag von ihm, auf dass Friede und Einigkeit zwischen euch sei und bleibe; denn nur im Frieden gedeiht das Herz und des Geistes Wachstum in der Seele.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Alle Berge und Hügel sind voll von Gottes Herrlichkeit. Ich erkenne sie in jedem Kraut und Gras. Denn Gott ist nicht in den Himmel verbannt, sondern er durchwaltet die Natur und steht doch über ihr! Wie der Geist über dem Leib! Auf der grünenden, blühenden Wiese findet der göttliche Weisheit, der sie sucht, so wie ich. Als deutscher Mann suche ich Gott und will ihn verstehen lernen. Die Gedanken der Schöpfung will ich noch einmal denken.“
Jakob Böhme (1575-1624)



„Wären wir uns selbst ganz abgestorben, wäre unser Innerstes nicht im geringsten in das geheime Spiel der Neigungen verflochten und darin verfangen: o, dann könnten auch wir göttliche Dinge inne werden und von der himmlischen Beschauung der Wahrheit hier schon einen Vorgenuss bekommen!“
Thomas von Kempen (1379-1471)



„Der Mensch lasse die Bilder der Dinge ganz und gar fahren und mache und halte seinen Tempel leer. Denn wäre der Tempel entleert, und wären die Fantasien die den Tempel besetzt halten, draußen, so könntest du ein Gotteshaus werden, und nicht eher, was du auch tust. Und so hättest du den Frieden deines Herzens und Freude, und dich störte nichts mehr von dem, was dich jetzt ständig stört, dich bedrückt und dich leiden lässt.“
Johannes Tauler (1300-1361)



„Wer bei was immer sieht, dass damit auch die Liebe seines Nächsten beschäftigt ist, der soll sich sogleich zurückziehen und seinem Nächsten gegen die Verwirklichung seiner Liebe keine Schranken setzen; denn es ist besser, bei jeder Gelegenheit in der Welt leer auszugehen, als durch irgendeinen wenn auch ganz unbedeutenden Kampf etwas zu gewinnen.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Der höchste Grad der Arznei ist die Liebe. – Was ist die Hilfe der Arznei anderes als Liebe?“
Paracelsus (1493-1541)



„Die Liebe beginnt da, wo das Denken aufhört. Wir brauchen aber die Liebe von Gott nicht zu erbitten, sondern wir müssen uns für sie nur bereit halten.“
Meister Eckhart (1260-1328)



„Wenn man einmal ganz in das Reich der Liebe eingetreten ist, dann wird die Welt, so mangelhaft sie auch ist, dennoch schön und reich; denn sie besteht aus lauter Gelegenheiten zur Liebe.“
Sören Kierkegaard (1813-1855)



„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“
Albert Schweitzer (1875-1965)



„Da kam mir ein großer Gedanke, und dieser Gedanke war Gott; und Gott war in diesem Gedanken, – ja, Gott, Du bist es Selbst! Also sprach ich: ,Wer kann Dich, Unendlicher, denken, wo Du nicht wärest? Ich aber denke Dich nun, so bist Du auch da, wo ich Dich denke, für mich – und bist nirgends für mich als nur da, allwo ich Dich denke! Denn dieser Gedanke ist ja Dein Wort in mir; wo aber Dein Wort ist, da bist ja auch Du! Ehedem dachte ich nicht an Dich. Wo warest Du da? – Ja, Du warst auch hier; aber Du wolltest Dich nur nicht aussprechen! Da Du Dich aber nun ausgesprochen hast durch den Gedanken an Dich in mir, so bist Du nun auch wesenhaft hier bei mir und in mir."
Jakob Lorber (1800-1864)



„Sei still in Gott, still wie das Meer! Nur seine Fläche streift der Wind. Und tobt als Sturm er noch so sehr, Wiß', dass die Tiefen ruhig sind!“
Karl May (1842-1912)



„Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der andere packt sie kräftig an und handelt.“
Dante Alligheri (1265-1321)



„Wenn die Liebe zu Gott unser Beweggrund ist, kann uns keine Undankbarkeit daran hindern, unseren Mitmenschen zu dienen.“
Oswald Chambers (1874-1917)



„Stört dich ein Fehler eines anderen, so übe an dir selbst das entgegengesetzte Gute. Denn Beispiel wirkt mehr als Worte.“
Teresa von Avila (1515-1582)



„Geist, der allein lebendige im Menschen, ist pur Liebe und ihr zartestes und ewig wohlwollendstes Gefühl. Wer demnach solche seine Liebe und deren zartestes und ewig wohlwollendstes Gefühl in seine eigenliebige Seele stets mehr und mehr aufzunehmen bemüht ist und in selben auch stets stärker, kräftiger, mutiger und gefügiger wird, der befördert dadurch die volle Einung des Geistes mit der Seele; und wird dann die Seele zu purer Liebe und Weisheit ihrem zartesten und wohlwollendsten Gefühle nach, so ist solch eine Seele denn auch schon vollends eins mit ihrem Geiste und ist dadurch denn auch im lebendigsten Besitze aller der wunderbaren Lebens- und Seinsfähigkeiten ihres Geistes.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Soll ich mein letztes End´ und ersten Anfang finden, so muss ich mich in Gott und Gott in mir ergründen. Und werden das, was er: Ich muss ein Schein im Schein, Ich muss ein Wort im Wort, Gott in der Gottheit sein."
Angelus Silesius (1624-1677)



„Gott ist im Himmel, und der Himmel ist im Menschen. Soll aber der Mensch im Himmel sein, so muss der Himmel im Menschen offenbar werden. Dazu aber musst Du Gott erkennen und ihm nachfolgen, dessen Reich im Himmel ist und musst in einer fortwährenden Weihenacht der Gottesgeburt stehen."
Jakob Böhme (1575-1624)



„Werde, was du schon bist. Suche Ihn, der bereits dein ist. Höre auf Ihn, der nimmer aufhört zu dir zu sprechen. Gehöre Ihm, der dich bereits Sein eigen nennt..“
Gregor, der Sinait (um 1300)



„Am Äußerlichen ist wenig gelegen, sondern alles an euch, wie ihr es nehmet! So gut es sein kann und wahr, so schlecht aber kann es auch sein und falsch, wenn ihr es so gebrauchen wollet oder nicht. Wenn aber unter der Sonne heilsame und giftige Kräuter wachsen, so denket: Es liegt nicht an der Sonne, so oder so, sondern allzeit an der jeweiligen innern, entweder guten oder schlechten Beschaffenheit der Pflanze, ob da Segen oder Gift. – Daher liegt es allezeit an euch, ob gut – oder schlecht.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Ich will euch ein Mittel zeigen, um Gott den ganzen Tag zu loben, wenn ihr das wollt. Was ihr auch immer tut, tut nur Gutes, dann werdet ihr Gott loben.“
Augustinus (1767-1835)



„Wohin und wie weit wir blicken mögen, zwischen Religion und Naturwissenschaf finden wir nirgends einen Widerspruch, wohl aber gerade in den entscheidenden Punkten volle Übereinstimmung. Religion und Naturwissenschaft schliessen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Gott steht für den Gläubigen am Anfang, für den Physiker am Ende alles Denkens.“
Max Planck ( 1858-1947 )



„Kann Er uns nicht erhören, das, worum wir bitten, uns nicht gewähren, so gibt Er uns etwas Besseres dafür. Wir können versichert sein, dass der Herr jedes gläubige Gebet erhört. Wir erlangen immer etwas dadurch, was wir ohne unser Gebet nicht erlangt hätten.“
Johann Heinrich Jung-Stilling (1740-1817)



Was aber jedoch die Heilige Schrift betrifft, so soll darinnen lesen, der eines einfältigen Herzens ist und hat da ein gehorsames und folgsames Gemüt; und soll es nicht lesen aus Vorwitz oder Neugierde, denn da wird er finden den Tod kleben am Buchstaben, sondern der es liest, der soll es lesen als einen Wegweiser zum lebendigen Worte und danach handeln – und soll auch nicht grübeln und forschen darinnen, sondern danach alsogleich leben und in der Liebe zu Gott emporwachsen. Alsdann wird ihm zur rechten Zeit gegeben werden die Erkenntnis und wird in seinem Herzen enthüllt werden des Geistes und des ewigen Lebens himmlischer Sinn.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Der tröstende Gedanke aber bleibt fort und fort, dass Gott auch widrige und schmerzliche Schicksale nur aus Liebe sendet, um unsere Gesinnungen zu läutern.“
Wilhelm von Humboldt (1767-1835)



„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben - aber es hat ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind. Weil der Einzelne das nur unvollkommen vermag, hat man in den Religionen und Philosophien versucht, die Frage tröstend zu beantworten. Diese Antworten laufen alle auf das Gleiche hinaus: den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.“
(Herrmann Hesse 1877-1962)



„Deine Augen zeigen dir, was du sehen willst. Deine Ohren sagen dir, was du hören willst. Dein Verstand rät dir, was du wissen willst, aber nur dein Herz kann dir sagen, wie die Dinge wirklich sind.“
(unbekannt)



„Wer Gottes Wort hört und danach tut, der hat Gottes Wort lebendig in sich und ist selbst in seinem ganzen Wesen ein lebendiges Wort Gottes geworden und ist also im Geiste aus Gott. Wo aber das, wer kann da sagen, dass nicht der ganze Mensch aus Gott wäre?! Ist aber ein Mensch dadurch, dass er in seinem ganzen Wesen zum lebendigen Worte Gottes geworden ist, voll erfüllt mit dem Geiste Gottes, ist er dann nicht ein Gott, da das vollwahre Göttliche überall, somit auch im Menschen um so mehr, als Gott angesehen werden muß?!“
(Dreitagesszene 9,17)
Jakob Lorber (1800-1864)



„Der erste Schluck aus dem Becher der Natur führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“
Werner Heisenberg (1901-1976)



„Nichts soll dich ängstigen, nichts dich erschrecken! Alles vergeht. Gott allein bleibt derselbe. Geduld erreicht alles. Wer Gott besitzt, dem kann nichts fehlen. Gott allein genügt."
Teresa von Avila (1515-1582)



„Man kann mit Sicherheit sagen, dass all meine Patienten über 35 Jahre krank wurden, weil sie das verloren hatten, was die lebendigen Religionen ihren Anhängern gegeben haben. Und keiner von ihnen, der seine religiöse Lebenshaltung nicht wiedererlangte, wurde wirklich geheilt.“
C.G. Jung (1875-1961)



„Der Weg, der zum Leben des Geistes führt, ist ein dorniger und schmaler! Das will so viel sagen als: Alles was dir in diesem Leben von seiten der Menschen auch immer Ärgerliches, Bitteres und Unangenehmes begegnen kann, das bekämpfe du mit aller Geduld und Sanftmut, und wer dir Übles tut, dem tue nicht wieder dasselbe zurück, sondern das Gegenteil, so wirst du glühende Kohlen über seinem Haupte sammeln! Wer dich schlägt, dem vergelte nicht Gleiches mit Gleichem, nimm lieber noch einen Schlag von ihm, auf daß Friede und Einigkeit zwischen euch sei und bleibe; denn nur im Frieden gedeiht das Herz und des Geistes Wachstum in der Seele.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen; Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen; Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht, So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.“
Andreas Gryphius (1616-1664)



„Liebe lässt sich nur bewahren, indem man sie verschhenkt. Ein Glück, das wir für uns allein suchen, ist nirgends zu finden, denn ein Glück, das sich verringert, wenn wir es mit anderen teilen, ist nicht groß genug, um uns glücklich zu machen.“
Thomas Merton (1915-1968)



„Alle Dinge, die in der Natur entstehen, vom kleinsten bis zum größten, sind Entsprechungen. Sie sind aber Entsprechungen, weil die natürliche Welt mit all dem Ihrigen aus der geistigen Welt entsteht und besteht, und beide aus dem Göttlichen.“
Emanuel Swedenborg (1688-1772)



„Gott ist in Sich ein Geist von höchster Weisheit und hat den allertiefsten und lichtvollsten Verstand und ist die ewige Wahrheit selbst. Wer also zu Gott wirksam beten will, der muss im Geiste und in der Wahrheit beten. Im Geiste und in der Wahrheit aber betet der, der sich in das stille Liebekämmerlein seines Herzens begibt und darinnen Gott anbetet und anfleht. Gott, der alle Herzen und Nieren durchforscht, wird auch in eure Herzen um so mehr schauen und gar wohl erkennen, wie und um was ihr betet und bittet, und wird euch auch geben, um was ihr also wahrhaft im Geiste und in der Wahrheit gebetet habt.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Je näher wir Gott sind, um so karger werden unsere Worte. Wo wir viele Worte machen, statt anzubeten, statt zu verehren, statt voll Ehrfurcht auf die Knie zu sinken: Da sind wir von Gott noch weit. Je näher wir Gott sind, um so stiller wird es. Und beginnt das Schweigen, dann hört auch das Fragen auf: Dann sind wir bei Gott.“
Dionysius Areopagita (um 550 n. Chr.)



„Warum ist das Tote Meer tot? Weil es die ganze Zeit nur empfängt, aber nichts hergibt. Warum sind so viele Christen erkaltet? Weil sie immer nur empfangen und nie etwas hergeben.“
Dwight L.Moody (1937-1899)



„Wir haben im Grunde in unserer Welt nur eine einzige Aufgabe: unserem Nächsten eine hilfreiche Hand zu bieten, sein Schicksal auf uns zu nehmen, in der Not des anderen einzusteigen, das fremde Leid auszutragen und so das Leid der anderen zu überwinden. Tun wir das, so werden wir es zwar schwer haben in der Welt. Aber wir werden glücklich sein.“
Ladislaus Boros (1927-1981)



„Wisset, so ihr nicht in euch hättet die Sonne, und brenneten deren Millionen am Himmel, so möchtet ihr nicht eine erschauen! Und hättet ihr nicht in euch die Erde und alles, was in ihr und auf ihr ist vom Atome angefangen bis zur größten allgemeinen Form hinüber vollkommen, so könntet ihr nicht eines der Dinge erschauen und keines derselben denken und dasselbe im Worte aussprechen. Und hättet ihr ferner nicht das ganze Universum in euch, da wäre sternlos der ganze Himmel für euer Auge. Und hättet ihr also nicht in euch das geistige Reich der Himmel und das ewige Leben aus dem Herrn, wahrlich, ihr könntet dasselbe weder denken noch aussprechen.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Herr, du weißt, was am besten ist: Mache es so oder so, wie du willst, wie viel du willst und wann du willst. Stelle mich, wohin du willst und tu mit mir in allem nach deinem Wohlgefallen. Was sollte ich fürchten, wenn du nahe bist?“
Thomas von Kempen (1380-1471)



„Die Kraft des Adlers im Flug bewährt sich nicht dadurch, dass er keinen Zug nach der Tiefe empfindet, sondern dadurch, dass er ihn überwindet, ja ihn selbst zum Mittel seiner Erhebung macht.“
F.W.J. Schelling (1775-1854)



„Vergebung muss, wenn sie wirksam sein soll, nicht allein gewährt, sondern auch empfangen werden - und ein Mensch, der nicht zugibt, schuldig zu sein, kann keine Vergebung empfangen.“
C. S. Lewis (1896-1963)



„Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.“
Mutter Teresa (1910-1997)



„Wer einmal etwas Rechtes weiß und nicht danach handelt, der ist ein Sünder, so gut wie der, welcher wider das Rechte handelt, das er zwar als Recht wohl erkennt, aber es dennoch nicht will, weil es mit seinem Bequemlichkeitsgefühle nicht im Einklang steht. - Man muß sich daher, um ein rechter Bürger des Reiches Gottes zu sein, über das Bequemlichkeitsgefühl allezeit hinaussetzen und das Recht nach der gerechten Wissenschaft üben; dann ist man erst das, was man nach der göttlichen ewigen Ordnung werden und sein soll.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Die Menschen machen weite Reisen, um zu staunen über die Höhe der Berge, über die riesigen Wellen des Meeres, über die Länge der Flüsse, über die Weite des Ozeans und über die Kreisbewegung der Sterne. An sich selbst aber gehen sie vorbei, ohne zu staunen.“
Augustinus (354-430)



„Wir sehen, was wir sind, und wir sind, was wir sehen.“
Jan van Ruysbroek (1293-1381)



„Gott ist im Himmel, und der Himmel ist im Menschen.“
Jakob Böhme (1575-1624)



„Es gibt niemanden auf der Welt, dem es nicht schwer fällt, zur höchsten Vollkommenheit zu gelangen, indem er unbedeutende und alltägliche Pflichen mit Liebe erfüllt.“
Jean-Pierre de Caussade (1675-1751)



„Seht, so will es der Herr, der da voll Liebe ist, dass der Mensch Ihn liebe aus allen seinen Kräften; denn es besteht nirgends irgendeine Macht oder Kraft außer in Gott. Und so ist alle Kraft im Menschen nur eine Kraft der Liebe aus Gott, und diese Kraft ist gelegt in unser Herz, und diese Kraft ist keine andere als die Liebe selbst. Da wir nun aber die Liebe haben, so sollen wir sie nicht behalten, sondern sie opfern dem, der sie uns auf eine so wunderbare Art unserem Herzen aus Seiner Gnade überschwänglich eingelegt hat.“
(HGt. Bd. 1, Kap. 41,23)
Jakob Lorber (1800-1864)



„Fang damit an, dass du über dich selbst nachdenkst, damit du dich nicht selbstvergessen nach anderem ausstreckst! Was nützt es dir, wenn du die ganze Welt gewinnst und einzig dich verlierst? Keiner ist weise, der über sich selbst nicht Bescheid weiss. Ein Weiser muss zunächst in Weisheit sich selber erkennen und als Erster aus dem eigenen Brunnen Wasser trinken.“
Bernhard von Clairvaux (1090-1153)



„Wenn dein Herz wandert oder leidet, bring es behutsam an seinen Platz zurück und versetze es sanft in die Gegenwart deines Herrn. Und selbst, wenn du in deinem Leben nichts getan hast außer dein Herz zurückzubringen und wieder in die Gegenwart unseres Gottes zu versetzen, obwohl es jedesmal wieder fortlief, nachdem du es zurückgeholt hattest, dann hast du dein Leben wohl erfüllt.“
Franz von Sales (1567-1622)



„Nichts muss getan werden. Tue, was du jetzt tust, leide, was du jetzt erleidest. Wenn du all dies mit Heiligkeit tust, muss außer deinem Herzen nichts verändert werden. Heiligkeit liegt in der Bereitschaft zu wollen, was uns durch Gottes Ordnung widerfährt.“
Jean-Pierre de Caussade (1675-1751)



„Die Liebe ist das Leben, und das Leben ist das Wort. Das Wort aber hat von Ewigkeit in Gott gewohnt. Gott Selbst war im Worte, wie das Wort in Ihm. Alle Dinge und wir selbst sind entstanden aus diesem Worte, und dieses Wort vermag niemand auszusprechen denn allein Gott. Es ist aber dieses Wort der eigentliche Name Gottes, und niemand vermag diesen Namen auszusprechen, und es ist dieser Name die unendliche Liebe des heiligsten Vaters, und wir sollen diese Liebe erkennen in uns und mit dieser Liebe dann lieben aus allen Kräften und Mächten Den, dessen Liebe wir und alles das überfröhliche Dasein verdanken. Das aber ist das ewige Leben, dass wir es als solches erkennen in der Liebe zu Gott, das heißt: dass wir die Liebe mit unserer Liebe in Gott, unserm heiligsten Vater, erkennen und das ewige Leben in ihr.
(HGt. Bd. 1, Kap. 70,10-11)“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Ohne innere Liebe ist alles äußere Tun nichts nütze. Was aber aus Liebe geschieht, das ist groß, das bringt reiche Frucht, so gering und ungeachtet es im Auge des Menschen immer sein mag. Denn auf der Waage Gottes wiegt das, was dich zum Tun treibt, ungleich mehr als die Tat selber.“
Thomas von Kempen (1380-1471)



„Die Welt ist so unruhig, man denkt fast nie an das gegenwärtige Leben und an den Augenblick, in dem man gerade lebt, sondern an den, in dem man leben wird. So droht man immer in der Zukunft zu leben, anstatt jetzt. Die Gegenwart ist die einzige Zeit, die uns wirklich gehört, und wir sollten sie nach Gottes Willen nutzen.“
Blaise Pascal (1623-1662)



„Wer vielerlei weiss, erkennt nichts. Wer das eine erkennt, weiss alles.“
Paracelsus (1493-1541)



"Wer wohl auch Gott erkennt, Ihn über alles achtet und liebt und auch seinen Nächsten wie sich selbst, aber dabei die Welt dennoch auch achtet und fürchtet und sich nicht getraut, offen Meinen Namen zu bekennen, weil ihm das irgendeinen weltlichen Nachteil bringen könnte, der tut dem Reiche Gottes keine Gewalt an und wird es sogestaltig auf dieser Welt auch nicht völlig überkommen und dann jenseits noch manche Kämpfe zu bestehen haben, bis er vollendet wird."
(Gr.Ev.Joh. Bd.7, Kap. 127,6)
Jakob Lorber (1800-1864)



„Wenn wir die Menschen nur so nehmen wie sie sind, so machen wir sie schlechter; wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.“
Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)



„Gleich wie die Sonne in einem stillen Wasser gut zu sehen ist und es kräftig erwärmt, kann sie in einem bewegten, rauschenden Wasser nicht deutlich gesehen werden. Darum, willst du erleuchtet werden durch das Evangelium, so gehe hin, wo du stille sein und das Bild tief ins Herz fassen kannst. Da wirst du finden Wunder über Wunder.“
Martin Luther (1483-1546)



„Es muss des Menschen Herz doch etwas Großes sein: Gott, Teufel, Welt und Lust und alles will hinein. Erwähle, lieber Freund, dir doch den besten Gast: Hast du ihn gut gewählt, dann halte, was du hast!“
Gerhard Tersteegen (1697-1769)



"Niemand aber kann Gott lieben in seinem finstern Fleische, so er seinen Bruder hasset; denn wie möglich könnte jemand Gott lieben, den er nicht sieht, so er seinen Bruder nicht liebt, den er sieht?! Es ist aber bei weitem nicht genug, zu sagen: ,Ich liebe meine Nächsten und bin ihnen sehr freundlich!‘ Die wahre und vor Gott allein gültige Liebe muss in Werken bestehen, wenn die Nächsten derselben bedürfen, geistig oder leiblich. Diese Liebe ist der wunderbare Schlüssel zum Lichte aus Gott im eigenen Herzen."
(Gr.Ev.Joh. Bd.3, Kap. 207,13)
Jakob Lorber (1800-1864)



„Das Bild Gottes ist in allen Menschen wesentlich und persönlich vorhanden. Jeder besitzt es ganz, vollständig und ungeteilt und alle zusammen besitzen doch nur ein Bild. Auf diese Weise sind wir alle eins, innig vereint in unserem ewigen Bilde, welches das Bild Gottes und der Quell all unseres Lebens in uns ist.“
Jan van Ruysbroek (1293-1381)



„Man findet Gott nicht, indem man die Gegenwart gegen die Zukunft oder die Vergangenheit abwägt, sondern nur, indem man sich in das Herz der Gegenwart sinken lässt, so wie sie ist.“
Thomas Merton (1915-1968)



„Je näher wir Gott sind, um so karger werden unsere Worte. Wo wir viele Worte machen, statt anzubeten, statt zu verehren, statt voll Ehrfurcht auf die Knie zu sinken: Da sind wir von Gott noch weit. Je näher wir Gott sind, um so stiller wird es. Und beginnt das Schweigen, dann hört auch das Fragen auf: Dann sind wir bei Gott.“
Dionysius Areopagita (5. Jahrh.)



„Mach nur die Augen auf, und du wirst sehen: Die Welt ist von Gott erfüllt.“
Jakob Böhme (1575-1624)



So lange du dich sorgen wirst, so lange auch wird Gott nichts tun für dich! Wie du aber alle deine Sorge auf Ihn legest, und dich um nichts anderes kümmerst und sorgest, als darnach nur, eben diesen wahren Gott stets mehr zu erkennen und stets mehr zu lieben, da wird dann Er dir in allem zu helfen anfangen, und alles, was du heute noch krumm ersiehest, wird morgen gerade vor dir stehen. Also kannst du darob ganz ohne Sorge sein, der Herr Himmels und der Erde wird das Beste machen für dich und fürs ganze Volk!
Jakob Lorber (1800-1864)



„Halte dich fest an Gott. Mach's wie der Vogel, der doch nicht aufhört zu singen, auch wenn der Ast bricht. Denn er weiß, dass er Flügel hat!“
Johannes Don Bosco (1815-1888)



„Ich habe die ganze Welt auf der Suche nach Gott durchwandert und ihn nirgendwo gefunden. Als ich wieder nach Hause kam, sah ich ihn an der Türe meines Herzens stehen und er sprach: ‚Hier warte ich auf Dich seit Ewigkeiten.‘ Da bin ich mit ihm ins Haus gegangen.“
Rumi (1207-1273)



„Es gibt ein Argument, das man allen Spitzfindigkeiten der Glaubenslosen entgegenhalten kann: Noch niemand hat je auf dem Sterbebett bereut, ein Christ zu sein!“
Thomas Morus (1478-1535)



„Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht.“
Albert Schweitzer (1875-1965)



„Was nützt euch dieses euer äußeres Leben, so ihr mit ihm nicht den innern Geist wach, frei und mächtig zu machen verstehet und vermöget?! Ein Mensch wird erst dann ein Mensch, wenn er sich selbst in seinem Geiste gefunden hat; das aber geht bei eurer Lebensweise ewig nicht, weil ihr euch damit von dem Ziele, ein wahrer Mensch zu werden, nur stets mehr entfernt, als dass ihr euch demselben irgend nähern könntet.“
Jakob Lorber (1800-1864)



„Mit Unvollkommenem zu ringen, ist das Los des Menschen, ist sein Wert, nicht sein Mangel bloß. Was unvollkommen ist, das soll vollkommen werden, Denn nur zum Werden, nicht zum Sein sind wir auf Erden.“
Friedrich Rückert (1788-1866)



„Allen gehört, was du denkst, dein eigen ist nur, was du fühlest. Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst.“
Friedrich Schiller (1759-1805)



„Allen Menschen ist der Glaube an Gott ins Herz gesät. Es lügen jene, die da sagen, dass sie nicht an die Existenz Gottes glauben; denn in der Nacht und wenn sie alleine sind, zweifeln sie.“
Seneca (4 v.-65 n. Chr.)



„Der Jüngling fragte nach seinem Weg zum ewigen Leben. Jesus antwortete: Ich rufe dich, das ist alles.“
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)



„Beurteile einen Menschen lieber nach seinen Handlungen als nach seinen Worten. Denn viele handeln schlecht und sprechen vortrefflich.“
Matthias Claudius (1740-1815)



„Wo gelangt denn der hin, der in Gott hineinhofft, wenn nicht in sein eigenes Nichts! Wohin sollte der entschwinden, wenn nicht dorthin, woher er kam! Er kam ja aus dem Geist und dem eigenen Nichts. Darum kehrt zu Gott zurück, wer ins Nichts zurückkehrt.“
Martin Luther (1482-1546)



„Alle, die nach Vollkommenheit streben, erreichen den Gipfel erst, wenn sie nicht mehr den eigenen Fortschritt suchen, sondern Gott allein. So dass sie ganz aus der Liebe heraus leben. Sie gleichen dem Schmetterling, der nach getaner Arbeit aus der Seidenraupe hervorschlüpft.”
Francisco de Osuna (1492-1540)



„Der Schlüssel zum Herzen der Menschen wird nie unsere Klugheit, sondern immer unsere Liebe sein.“
Hermann Bezzel (1861-1917)



„Niemals aber irgendwelche Unruhe oder irgendein seelisches oder körperliches Leid zu verspüren, das ist unmöglich in diesem Leben, das tritt erst ein im Zustand der ewigen Ruhe. Deshalb vermeine nicht, dann den wahren Frieden gefunden zu haben, wenn du keinerlei drückende Last mehr empfindest, und glaube nicht, dann sei alles in Ordnung, wenn du keinen Widerstand mehr zu spüren bekommst; und halte nicht das für die Vollkommenheit, wenn dir alles nach Wunsch und Willen geht.“
Thomas von Kempen (1380-1471)



Siehe, darum tut dem Menschen nur eine Sorge Not, und diese besteht darin, Gott, den heiligen Vater, zu suchen allzeit, nicht nur in der Not, sondern auch auf den liebegerechten Wegen! Und wer da Ihn als das allerhöchste Gut gefunden hat, der soll Ihm nicht sobald wieder den Rücken zukehren, sondern bei Ihm verbleiben, – sonst wird er allzeit seiner Ohnmacht gewahr werden schon auf dem halben Rückwege und erst durch bittere Erfahrungen erkennen müssen, wie gar nichts er ohne Gott vermag.
Jakob Lorber (1800-1864)



„Zieh deine Ichheit aus und an die Göttlichkeit! Die Ichheit ist so eng, die Göttlichkeit so weit. Sei selbst! Er selber will, das Selbst du wolltest sein, dass du erkennest selbst: Er sei dein Selbst allein. Wenn du Ihn hören willst in dir, musst du nur schweigen, dann spricht er laut: Du warst, sollst sein und bist mein Eigen.“
Friedrich Rückert (1788-1866)



„Die Sünde liegt nicht in der Tat, sondern in der Absicht. Um eine wirkliche Sünde zu begehen, muss der Täter sein eigenes Moralgewissen verletzen; nicht nur das der anderen.“
Pierre Abaelard (1079-1142)



„Jede Erscheinung auf Erden ist ein Gleichnis. Jedes Gleichnis ist ein offenes Tor, durch welches die Seele, wenn sie bereit ist, in das Innere der Welt zu gehen vermag, wo du und ich, Tag und Nacht, alles eins ist. - Jedem Menschen tritt hier und dort in seinem Leben das geöffnete Tor in den Weg. Wenige freilich geben den schönen Schein dahin für die geahnte Wirklichkeit des Inneren.“
Hermann Hesse (1877-1962)



„Kontemplation ist ja nichts anderes als ein geheimes, friedliches und liebendes Einströmen Gottes, so dass er, wenn man ihm Raum gibt, den Menschen im Geist der Liebe entflammt.“
Johannes vom Kreuz (1542-1591)



„Als mein Gebet immer andächtiger und innerlicher wurde, da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen. Zuletzt wurde ich ganz still. Ich wurde, was womöglich ein größerer Gegensatz zum Reden ist, ich wurde ein Hörer. Ich meinte erst, Beten sei Reden. Ich lernte aber, dass Beten nicht nur Schweigen ist, sondern Hören. So ist es: Beten heißt nicht, sich selbst reden hören; beten heißt, still werden und still sein und warten, bis der Betende Gott hört.“
Sören Kierkegaard (1813-1855)



„Ohne innere Liebe ist alles äußere Tun nichts nütze. Was aber aus Liebe geschieht, das ist groß, das bringt reiche Frucht, so gering und ungeachtet es im Auge des Menschen immer sein mag. Denn auf der Waage Gottes wiegt das, was dich zum Tun treibt, ungleich mehr als die Tat selber.“
Thomas von Kempen (1380-1471)



„Das eigentliche wahre Himmelreich Gottes ist für die wahren Freunde Gottes überall, für die Feinde Gottes aber nirgends; denn für sie ist wieder alles Hölle, wohin du nur immer deine Augen und andern Sinne wenden kannst und magst. Unten und oben ist da gleich. Blicke weder zu den Sternen empor – denn sie sind Erden wie diese, die du betrittst – noch senke deine Augen zur Erde hinab, denn sie ist gerichtet wie dein Fleisch, das einmal sterben und verwesen muss! Forsche und suche aber dafür fleißig in deinem Herzen; dort wirst du finden, was du suchst. Denn in eines jeden Menschen Herz ist der lebendige Same gelegt, aus dem dir des ewigen Lebens ewiges Morgenrot erblühen wird. Durch dein Herz wirst du nach dem Tode deines Leibes hinaustreten in den endlosen Gottesraum, und nach der Art deines Herzens wirst du ihn entweder als Himmel oder als Hölle antreffen!“ (Gr.Ev.Joh. Bd. 2, Kap. 8,4+6)
Jakob Lorber (1800-1864)



„Wir werden nicht geliebt, weil wir so gut sind, sondern weil diejenigen, die uns lieben gut sind.“
Leo Tolstoi (1828-1910)



„Das edelste Gebet ist, wenn der Beter sich in das, vor dem er kniet, verwandelt inniglich.“
Angelus Silesius (1624-1677)



„O, dass der Mensch die innere Musik der Natur verstände und einen Sinn für äußere Harmonie hätte. Aber er weiß es ja kaum, dass wir zusammen gehören und keines ohne das andere bestehen kann.“
Novalis (1772-1801)



„Ich glaube, dass wir einen Funken jenes ewigen Lichts in uns tragen, das im Grunde des Seins leuchten muss und welches unsere schwachen Sinne nur von Ferne ahnen können. Diesen Funken in uns zur Flamme werden zu lassen und das Göttliche in uns zu verwirklichen, ist unsere höchste Pflicht.“
Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)



"Es sind allerlei Klagen unter den Menschen. Dem einen sind die Zeiten zu schlecht; es wird alles teurer und dabei auch schlechter. Wieder andere haben eine förmliche Wut auf die Regierungen und wälzen alle Schuld auf sie. Wieder andere sind nicht zufrieden, wenn zu lange Frieden und kein Krieg ist. Andere wälzen wieder alle Schuld auf das Pfaffentum; wieder andere auf allerlei Luxus. Kurz, ein jeder sucht den Grund des Übels dieser Zeit bald bei einem, bald im andern; aber dass sich einer von all diesen Klägern bei der eigenen Nase nähme und sich fragen möchte, ob nicht etwa auch er irgend zur Verschlimmerung solcher Zeit irgendwann beigetragen habe und vielleicht noch beiträgt, das fällt keinem ein! Ein jeder empfindet das Übel nur von außen; aber in sich selbst erschaut er es nicht." (Erde 64,01)
Jakob Lorber (1800-1864)



"Nichts ist süßer, nichts mächtiger, nichts erhabener, nichts umfassender, nichts erfreulicher, nichts vollkommener, nichts besser im Himmel und auf Erden als die Liebe; denn die Liebe ist aus Gott geboren und kann, über alles Erschaffene sich erhebend, nur in Gott ruhen."
Thomas von Kempen (1380-1471)



"Der Herr will Anbetung und Verehrung, aber nicht um seiner selbst, sondern um des Menschen willen, weil dadurch der Mensch das Eigene entfernt, die Selbstsucht und Weltliebe, die das Herz verschließen."
Emanuel Swedenborg (1688-1772)



"Die beste Lehre ist die, dass wir uns immer kindlicher an den einzigen Lehrer Jesus Christus halten, dass wir uns ihm mit mehr Treue des Herzens zu eigen geben und durch Aufsehen auf Jesum alles Unheilige heiligen, alles Schwere leicht und alles Unwichtige wichtig machen. Alles aus einem herleiten, eines groß in allem sehen, alles auf einen Punkt richten, siehe da das große Geheimnis der Religion, der Weisheit und Tugend."
Johann Kaspar Lavater (1741-1801)



„Nimm dir jeden Tag eine halbe Stunde Zeit zum Gebet.
Außer, wenn du viel zu tun hast - dann nimm dir eine Stunde.“
Franz von Sales (1567-1622)



„Es gibt nur wenige Seelen, die in ihrem Innersten von ihrem Innersten aus leben; und noch viel weniger, die dauernd darin und von ihm aus leben.
Der Mensch ist dazu berufen, in seinem Innersten zu leben und sich selbst so in die Hand zu nehmen, wie es nur von hier aus möglich ist; nur von hier aus ist auch die rechte Auseinandersetzung mit der Welt möglich; nur von hier aus kann er den Platz in der Welt finden, der ihm zugedacht ist.
Bei all dem durchschaut er sein Innerstes niemals ganz. Es ist ein Geheimnis Gottes, das Er allein entschleiern kann, so weit es Ihm gefällt. Dennoch ist ihm sein Innerstes in die Hand gegeben; er kann in vollkommener Freiheit darüber verfügen, aber er hat auch die Pflicht, es als ein kostbares anvertrautes Gut zu bewahren.“
Edith Stein (1891-1942)



„Die Liebe ist das Leben, und das Leben ist das Wort. Das Wort aber hat von Ewigkeit in Gott gewohnt. Gott Selbst war im Worte, wie das Wort in Ihm. Alle Dinge und wir selbst sind entstanden aus diesem Worte, und dieses Wort vermag niemand auszusprechen denn allein Gott.
Es ist aber dieses Wort der eigentliche Name Gottes, und niemand vermag diesen Namen auszusprechen, und es ist dieser Name die unendliche Liebe des heiligsten Vaters, und wir sollen diese Liebe erkennen in uns und mit dieser Liebe dann lieben aus allen Kräften und Mächten Den, dessen Liebe wir und alles das überfröhliche Dasein verdanken.
Das aber ist das ewige Leben, dass wir es als solches erkennen in der Liebe zu Gott, das heißt: dass wir die Liebe mit unserer Liebe in Gott, unserm heiligsten Vater, erkennen und das ewige Leben in ihr.“ (Haushaltung Gottes Bd. 1 Kap. 70,10-11)
Jakob Lorber (1800-1864)



„Wer Gott den Herrn wahrhaft liebt, der ist beständig bei Gott und in Gott. Und will er von Gott etwas hören und wissen, so frage er Ihn im Herzen, und er wird durch die Gedanken des Herzens auch sogleich eine vollste Antwort bekommen, und es kann sogestaltig jeder Mensch von Gott allzeit und in allen Dingen belehret und gelehret werden. Du ersiehst daraus, dass man nicht immer auch zu schauen vonnöten hat, um glückselig im Herrn zu sein, sondern nur zu hören und zu fühlen, - und man hat dann auch alles, was zur wahren Seligkeit in Gott nötig ist.“ (Gr.Ev.Joh. Bd. 4 Kap. 23,9)
Jakob Lorber (1800-1864)



„Ein Weiser wurde gefragt, welches die wichtigste Stunde sei, die der Mensch erlebt, welches der bedeutendste Mensch, der ihm begegnet, und welches das notwendigste Werk sei.
Die Antwort lautete: Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart, der bedeutsamste Mensch immer der, der dir gerade gegenübersteht, und das notwendigste Werk ist immer die Liebe.“
Meister Eckhart (1260-1328)



„Ach, ihr Lieben, kehrt euch zu euch selbst! Das aber wollt ihr nicht, und so lauft ihr den Lehrmeistern nach. Bliebet ihr ruhig, so würde das wahre Sein in euch geboren. Darum sollst du schweigen! Du sollst dieses tiefe Schweigen oft und oft in dir haben und es dir zu einer Gewohnheit werden lassen, so dass es durch Gewohnheit ein fester Besitz in dir werde.
Lass alle Mannigfaltigkeiten fahren - kehre dich ins Innere und versinke und verschmilze mit dem Grunde.“
Johannes Tauler (1300-1361)



„Tue so viel Gutes, wie du kannst - mit allen Mitteln, über die du verfügst - auf allen Wegen, die du gehst - an jedem Ort, an dem du weilst - zu jeder Zeit, in der du wirkst - gegenüber allen Wesen, denen du begegnest - und so lange du lebst.“
John Wesley (1703-1791)



Wer Gott wahrhaft sucht, der muss Ihn im eigenen Herzen, also im Geiste der Liebe, in der alles Leben und alle Wahrheit verborgen ist, suchen, und er wird Gott und Sein Reich auch so leicht und bald finden, - auf jedem andern Wege aber schwer und in dieser Welt oft wohl gar nicht. [GEJ.09_037,05]
Jakob Lorber (1800-1864)



Alle Schwierigkeiten im Gebet können zurückverfolgt werden auf eine Ursache: Zu beten als wäre Gott abwesend.
Theresa von Avila (1515-1582)



Mein Herr und mein Gott,
Nimm alles von mir, was mich hindert zu Dir.
Mein Herr und mein Gott,
gib alles mir, was mich fördert zu Dir.
Mein Herr und mein Gott,
o nimm mich mir
und gib mich ganz zu eigen Dir.
Nikolaus von der Flüe (1417-1487)



Kehre deinen Blick einwärts und hefte ihn auf dich selber, auf dein Innerstes, und erkühne dich nicht zu richten, was andere tun. (I,14,1)
Thomas von Kempen (1380-1471)



Wer in sich nicht auf dem rechten Wege ist, der ist auch in dieser Welt nirgends auf dem rechten Wege. [GEJ.10_120,14]
Jakob Lorber (1800-1864)



Beten heißt nicht bitten. Gebet ist die Einung mit Gott - es ist das Gespräch mit Gott. Wie verwandelt sich unser Leben unter dem Einfluss eines edlen Freundes. Wie unendlich viel mehr wird uns die Gemeinschaft mit dem Einen, der über alle Maßen gut ist, verwandeln.
Sundar Singh (1889-1929)



Alles außer uns ist und muss uns ein Spiegel sein von dem, was innerlich zu finden ist. Daher kommt es, dass erleuchtete Seelen so sehr aufs Stillesein und Einkehren dringen.
Gerhard Teersteegen (1697-1769)



Du brauchst Gott nicht zu suchen hier oder dort, er ist nicht ferner als vor der Tür des Herzens; da steht er und harrt und wartet, wen er bereit finde, der ihm auftue und ihn einlasse. Du brauchst ihn nicht weither zu rufen, er wartet ungeduldiger als du, dass du ihm auftuest; ihn verlangt dringender nach dir als dich nach ihm. Dein Auftun und sein Eingehen ist nur ein Augenblick.
Meister Eckehart (1260-1327)



Die Liebe lehrt dich, allen Wesen wohlzutun und sie so glücklich als möglich zu machen. Die Demut lehrt dich, klein zu sein und sich über niemanden - möchte er noch so unbedeutend scheinen - hochmütig zu erheben, sondern sich selbst stets als den Geringsten zu betrachten. Und die Sanftmut lehrt dich, jedermann stets gleich wohlwollend zu ertragen und aus dem innersten Herzensgrunde bemüht zu sein, jedem zu helfen, wo es ihm nottut. Siehe, das sind die Dinge aller himmlischen Meisterschaft! [Bischof Martin Kap. 50,13]
Jakob Lorber (1800-1864)



Wir müssen auf unsere Seele hören, wenn wir gesund werden wollen! Letztlich sind wir hier, weil es kein Entrinnen vor uns selbst gibt. Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und im Herzen seiner Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht. Solange er nicht zulässt, dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es keine Geborgenheit. Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden, kann er weder sich selbst noch andere erkennen - er wird allein sein.
Hildegard von Bingen (1098-1179)



Nun denn, Menschenseele, du schönstes unter allen Geschöpfen, die du dich so sehr danach sehnst, den Ort zu wissen, wo dein Geliebter ist, um ihn zu suchen und dich mit ihm zu einen: Es wird dir jetzt gesagt, dass du selbst die Herberge bist, in der er wohnt, die Kammer und das Versteck, in dem er verborgen lebt. Es bedeutet ein großes Glück und eine große Freude für dich, dass dein ganzes Gut und deine ganze Hoffnung dir so nahe ist, ja dass es in dir ist.
Johannes vom Kreuz (1542-1591)



Also ist die rechte Liebe beschaffen: Stille duldend und nichts suchend denn allein den Gegenstand, den das Herz liebt. Und hat das Herz den gefunden, dann ist es glücklich und überglücklich, - wenn es den Geliebten auch nicht vor den Augen hat, aber desto mehr im Herzen!
Wenn aber der Geliebte sieht die stille, duldende Sehnsucht des Liebenden, da er ist voll Demut und sich kaum getraut, aufzublicken zu dem Geliebten, - wahrlich, der ist es, dessen Liebe gleichkommt der Liebe Dessen, den er liebt, und der ihn schon liebte, ehe er noch war! [Haushaltung Gottes Bd. 1, Kap. 166,15-16]
Jakob Lorber (1800-1864)



Im Innern, im Grund des Menschen, da hat Gott den Ort seiner Ruhe erwählt; da findet er seine Freude. Wenn einer das täte: den Grund wahrnehmen von innen, und alle Dinge lassen und sich in den Grund kehren! - Doch das tut niemand. Und dabei geschieht es oft, dass ein Mensch in seiner äußeren Tätigkeit zehnmal gemahnt wird, sich nach innen zu kehren. - Doch er tut es noch immer nicht.
Johannes Tauler (1300-1361)



Ich fand die Liebe und liebte sie. Ich konnte ihrer nicht überdrüssig werden, denn sie war mir süß. Ich füllte mein ganzes Herz mit ihr voll, und es tat mir leid, dass es zu enge befunden wurde und nicht alles fassen konnte. Aber ich füllte es so voll, als ich nur konnte. Ich erfüllte den ganzen Raum meines Herzens, aber es konnte nicht alle Liebe fassen, die ich fand. Ich nahm also, soviel ich konnte, und beladen mit kostbarem Schatze, fühlte ich doch keine Last; denn meine Bürde trug mich.
Hugo von St. Viktor († 1141)



"Solange du dich sorgen wirst, so lange auch wird Gott nichts tun für dich!
Wie du aber alle deine Sorge auf Ihn legst und dich um nichts anderes kümmerst und sorgst als darnach nur, eben diesen wahren Gott stets mehr zu erkennen und stets mehr zu lieben, da wird dann Er dir in allem zu helfen anfangen, und alles, was du heute noch krumm ersiehst, wird morgen gerade vor dir stehen! Also kannst du darob ganz ohne Sorge sein; der Herr Himmels und der Erde wird das Beste machen für dich und fürs ganze Volk!" (Jugend Jesu Kap. 85,7-9+17)
Jakob Lorber (1800-1864)



"Das ganze Leben verläuft in beseligendem Tausch von Liebe und Geliebtwerden. Wer Liebe wünscht, der beginne von sich aus mit der Liebe, die dann zu ihm zurückkehrt. Auf denn, wer sich aufraffen kann! Diese Welt ist groß und gut genug, um in ihr den Himmel zu gewinnen. Indem wir lieben, leuchten wir. Die Liebe durchstrahlt, erhellt und löst alles, was noch nicht Liebe ist."
Richard Rolle (1290-1349)



"Geh den Weg nach innen und wache über deine Gedanken. Denn wohin dein Denken sich wendet, dorthin führt dein Weg."
Jakob Böhme (1575-1624)



"Wie du über Gott denkst, so bist du auch selber."
Martin Luther (1483-1546)



"Unser Bild vom unwandelbaren Gott wandelt sich entsprechend unserem jeweiligen Zustand."
Bernhard von Clairvaux (1090-1153)



"Nichts in der Welt ist schlecht als allein der Mensch, wenn er sich in seinem Herzen abwendet vom Herrn; ist aber der Mensch alsogestaltig arg und schlecht, dann ist für ihn auch die ganze Welt schlecht und arg. Bist du rein in deinem Herzen, so wird für dich alles rein sein, d.h., du wirst da alles in der Wahrheit erschauen; ist dein Herz aber unlauter, so wird auch alles also sein vor dir, wie da ist dein Herz." (Haushaltung Gottes II 248,12)
Jakob Lorber (1800-1864)



O Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann. Gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Und gib mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."
Friedrich Christoph Oettinger (1702-1772)



"Ich o Herr, wanderte dahin wie ein verlorenes Schaf und suchte dich mit angstvollen Gefühlen außerhalb, während du in mir warst. Ich ging umher über die Straßen und Plätze der Stadt dieser Welt und suchte dich, fand dich aber nicht, weil ich vergeblich außerhalb meiner nach ihm suchte, der in mir selbst war."
Augustinus (354-430)



"Jeder sieht aus der Liebe, in der er sich befindet, was zu dieser Liebe gehört und das nennt er wahr, weil es mit ihm übereinstimmt. In der Liebe eines jeden ist das Licht seines Lebens; denn die Liebe ist wie die Flamme, aus der das Licht kommt. Wie daher seine Liebe oder Flamme ist, so ist auch sein Licht des Wahren. Wer in der Liebe zum Guten ist, kann sehen, was zu dieser Liebe gehört, nämlich das Wahre im Wort Gottes. … Daher kommt es …, dass nur der das Innere des Wortes sehen und anerkennen kann, der das Gute lebt." (Himmlische Geheimnisse 3798)
Emanuel Swedenborg (1688-1772)



"Mensch, was du liebst, in das wirst du verwandelt werden; Gott wirst du, liebst du Gott; und Erde, liebst du Erden."
Angelus Silesius (1624-1677)



"Wir wissen aber auch, dass jedes Ding in der Welt entsprechend gut oder schlecht sein kann, und dazu wird es von der Liebe (des Menschen) gemacht. Ist die Liebe nach der Ordnung Gottes, so wird durch sie alles gut; ist diese gegen die Ordnung Gottes, so wird durch sie alles schlecht. Auf diese Weise entwickelt dann ein jeder Mensch in sich entweder den Himmel oder die Hölle.
Aus dem aber geht hervor, dass ein jeder Mensch durch die Art seiner Liebe der Schöpfer seiner eigenen inneren Welt wird, und dass er nie in irgendeinen Himmel oder in irgendeine Hölle kommen kann, sondern nur in das Werk seiner Liebe." (GS II 119,10+13)
Jakob Lorber (1800-1864)



Was dein Auge an andern sah,
Wird andern nicht an dir entgehen,
Wir stehen uns selber viel zu nah,
um unsere Fehler selbst zu sehen.
Christoph August Tiedge (1752-1841)



"Einem gelang es - er hob den Schleier der Göttin zu Sais. - Aber was sah er? -
Es sah - Wunder des Wunders, sich selbst."
Novalis (1772-1801)



"Hast du dich selbst lieb, so hast du alle Menschen lieb wie dich selbst. Solange du einen einzigen Menschen weniger lieb hast als dich selbst, so hast du dich selbst nie wahrhaft lieb gewonnen."
Meister Eckhart (1260 - 1328)



"Die Seele hat einen Funken, einen Grund in sich, dessen Durst Gott, der doch alle Dinge vermag, mit nichts anderem zu löschen vermag als mit sich selber."
Johannes Tauler (1300-1361)



"Gott in Sich Selbst ist die reinste Liebe und kehrt Sein Antlitz nur denen zu, die ebenfalls in der reinen Liebe ihres Herzens zu Ihm kommen und Gott Seiner Selbst willen suchen, Ihn als ihren Schöpfer dankbarst wollen kennen lernen und den heißen Wunsch haben, von Ihm selbst beschützt und geführt zu werden.
Oh, die also kommen, für die weiß Gott in jedem Augenblick nur zu gut, wie es mit ihnen steht, und Er Selbst lehrt und leitet sie alle Wege: aber die von Ihm nichts wissen wollen, für die weiß dann auch Gott im vollsten Ernste nichts!" [GEJ.01_092,16-17]
Jakob Lorber (1800-1864)



"Wenn die Perle in den Schmutz hinabgeworfen wird, wird sie nicht minderwertiger; noch wird sie wertvoller werden, wenn sie mit Balsam gesalbt wird, sondern sie hat allezeit den gleichen Wert bei ihrem Herrn. So ist es auch mit den Kindern Gottes. Wo immer sie sein werden, haben sie weiterhin den gleichen Wert bei ihrem Vater."
Philippusevangelium



"Was für Zeit und Arbeit würde erspart werden, und vor welchen enormen und unnötigen Leiden würde sich die Menschheit bewahren, könnte sie nur diese einfache Sache verstehen: dass die Wahrheit nicht in unserer Sprache ausgedrückt werden kann. Die Menschen würden dann aufhören zu glauben, sie besäßen die Wahrheit, würden aufhören, andere zu zwingen, ihre Wahrheit um jeden Preis zu akzeptieren, würden sehen, dass andere sich der Wahrheit von einer anderen Richtung aus nähern können, genauso wie sie sich selbst ihr auf einem ihnen eigenen Weg nähern. Wie viele Erörterungen, wie viele religiöse Kämpfe, wieviel Gewalt gegen die Gedanken anderer würden unnötig und unmöglich gemacht werden, wenn die Menschen nur verständen, dass niemand die Wahrheit besitzt, sondern alle nach ihr suchen, jeder auf seine eigene Weise."
Clemens von Alexandria (bis 215 n. Chr.)



"Der Gedanke, wir könnten in den Himmel kommen, ohne in uns zu gehen, ohne uns selbst zu erkennen, ohne unsere Schwachheit und unsere Schuld vor Gott zu bedenken und ohne ihn oft um Erbarmen zu bitten, ist dumm und widersinnig."
Teresa von Avila (1515-1582)



"Ihr seid ja selbst nur pur Liebe aus Gott und in Gott, und euer Dasein ist in sich durch den Willen der Liebe Gottes selbst ja nur verkörperte Liebe Gottes! Wenn aber unwiderlegbar das der Fall ist, wie ist es euch dann so wundersam, dass Gott euch so sehr liebt, dass Er Selbst in Menschengestalt zu euch gekommen ist und euch nun die Wege lehrt zum freien und wie aus euch selbst hervorgehenden gottähnlich selbständigen Leben? " (Gr.Ev.Joh. Bd. 7, Kap. 141,05)
Jakob Lorber (1800-1864)



"Seien wir weder erstaunt noch betrübt, wenn wir uns vor den Augen der Freunde bei Fehlern und Unzulänglichkeiten ertappen; seien wir vielmehr froh, wenn man uns so sieht, wie wir wirklich sind."
Franz von Sales (1567-1622)



"Du nennst dich wohlhabend und reich und glaubst, den Besitz zu gebrauchen, den Gott dir zuerkannt hat. Gebrauche ihn aber zu heilsamen Dingen und guten Fertigkeiten! Gebrauche ihn zu dem, was der Herr gezeigt hat! Die Armen sollen schmecken, dass du reich bist, die Bedürftigen sollen schmecken, dass du wohlhabend bist. Tische Christum auf und verborge Gott in Gestalt deines Vermögens!"
Cyprian (200-258)



"Ein gelassener Mensch soll nicht allzeit darauf achtsam sein, wessen er bedürfe, er soll darauf sehen, wessen er entbehren kann. Bleibe bei nichts, was nicht Gott ist."
Heinrich Seuse (1300-1365)



"Dem Herren musst du trauen, wenns dir soll wohlergehn; auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein. Auf, auf, gib deinem Schmerze und Sorgen gute Nacht, lass fahren, was das Herze betrübt und traurig macht; bist du doch nicht Regente, der alles führen soll, Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl."
Paul Gerhardt (1607-1676)



"Geist, der allein lebendige im Menschen, ist pur Liebe und ihr zartestes und ewig wohlwollendstes Gefühl. Wer demnach solche seine Liebe und deren zartestes und ewig wohlwollendstes Gefühl in seine eigenliebige Seele stets mehr und mehr aufzunehmen bemüht ist und in selben auch stets stärker, kräftiger, mutiger und gefügiger wird, der befördert dadurch die volle Einung des Geistes mit der Seele; und wird dann die Seele zu purer Liebe und Weisheit ihrem zartesten und wohlwollendsten Gefühle nach, so ist solch eine Seele denn auch schon vollends eins mit ihrem Geiste und ist dadurch denn auch im lebendigsten Besitze aller der wunderbaren Lebens- und Seinsfähigkeiten ihres Geistes." (Gr.Ev.Joh. Bd.8, Kap. 150,15)
Jakob Lorber (1800-1864)



"Wenn du betest, dann lass lieber dein Herz ohne Worte, als deine Worte ohne Herz sein!"
John Bunyan (1628-1688)



"Herr, sende, was du willst, ein Liebes oder Leides,
Ich bin gewiss, dass beides, aus Deinen Händen quillt.
Wollest mit Freuden und wollest mit Leiden
Mich nicht überschütten.
Doch in der Mitten liegt holdes Bescheiden."
Eduard Möricke (1804-1875)



"Die Voraussetzungen für ein rechtes Gebet bestehen im folgendem: Man muss Herr seiner Gedanken sein und sich mit großem Herzensfrieden, der durch keine äußere Einwirkung gestört wird, dem Gebete hingeben. Der Mensch muss den Kampf mit seinen Gedanken aufnehmen, die Menge der schlechten Gedanken ablehnen, die ihn hindern sich Gott zuzuwenden. Er darf ihnen nicht nachgeben, sondern muss Ordnung in sie hineinbringen, indem er die rein natürlichen von den bösen scheidet."
Makarius (um 390)



"Sehet, alles, was ihr euch nur immer gedacht und geträumt habt, jetzt denket und träumet und noch in alle Zukunft denken und träumen werdet, geht ewig nicht verloren. So, wie es in euch vorging - geradeso werdet ihr es einst getreu wesenhaft wieder finden und es alsogleich als das Eurige erkennen und euch daran erfreuen oder betrüben." (Himmelsgaben Bd.1; 40.07.24,04)
Jakob Lorber (1800-1864)



"Vergebung bedeutet einen Gefangenen los zu lassen und dann zu entdecken, dass man selbst der Gefangene war."
Corrie ten Boom (1892-1983)



"Gesundheit ist weniger ein Zustand als eine Haltung, und sie gedeiht mit der Freude am Leben."
Thomas von Aquin (1225-1274)



"Die Nächstenliebe ohne den Glauben ist nichts, der Glaube ohne die Nächstenliebe ist nichts, und die Nächstenliebe samt dem Glauben ohne die Werke ebenfalls nichts."
Emanuel Swedenborg (1688-1772)



"Erkenne an den Fehlern deiner Mitmenschen dich selbst! Sie stehen nicht vor deinen Augen, um sie zu richten, sondern um dir Gelegenheit zu geben, zu wachsen."
Georg Riehle (1872-1962)



"Die größte und am meisten verdienstliche Kunst im Leben ist: Allen seinen Feinden von Herzen vergeben, denen, die uns Arges wünschen, wollen und auch tun, dagegen womöglich Gutes erweisen und für die beten und sie segnen, die uns hassen und fluchen." (Gr. Ev. Joh. Bd. 8, Kap. 119,4 )
Jakob Lorber (1800-1864)



"Wir träumen von Reisen durch das Weltall: ist denn das Weltall nicht in uns? Die Tiefen unseres Geistes kennen wir nicht. - Nach innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft."
Novalis (1772-1801)



"Wir müssen uns inmitten aller Arbeit in der Ruhe des Herzens üben und unsere Seele im Frieden halten. Will im Gebet unsere Seele fliegen, mag sie es tun; will sie sich regen, mag sie es tun. Aber auch da ist das einfache Ruhen der Seele im Hinschauen auf Gott, im Verlangen nach Gott und im Genießen Gottes das beste."
Franz von Sales (1567-1622)



"Segnen, das heißt, die Hand auf etwas legen und sagen: Du gehörst trotz allem Gott. Wir haben Gottes Segen empfangen im Glück und im Leid. Wer aber selbst gesegnet wurde, der kann nicht mehr anders, als diesen Segen weiterzugeben. Jeder muss dort, wo er ist, zum Segen sein. Nur aus dem Unmöglichen kann die Welt erneuert werden: Dieses Unmögliche ist der Segen Gottes."
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945)



"Gott in Sich Selbst ist die reinste Liebe und kehrt Sein Antlitz nur denen zu, die ebenfalls in der reinen Liebe ihres Herzens zu Ihm kommen und Gott Seiner Selbst willen suchen, Ihn als ihren Schöpfer dankbarst wollen kennen lernen und den heißen Wunsch haben, von Ihm selbst beschützt und geführt zu werden.
Oh, die also kommen, für die weiß Gott in jedem Augenblick nur zu gut, wie es mit ihnen steht, und Er Selbst lehrt und leitet sie alle Wege: aber die von Ihm nichts wissen wollen, für die weiß dann auch Gott im vollsten Ernste nichts!" (Gr.Ev.Joh. Bd. 1 Kap. 92,16-17)
Jakob Lorber (1800-1864)



"Gebet besteht nicht in dem Bemühen Gott zu erreichen, sondern darin, unsere Augen zu öffnen und zu erkennen, dass wir schon bei Ihm sind."
Thomas Merton (1915-1968)



"Es ist aber eine Bedingung der Liebe, dass man, wenn man liebt, alles liebt, was der Geliebte liebt. Soweit denn die Seele die Liebe des Schöpfers zu ihr erkennt, liebt sie Ihn wieder, und Ihn liebend liebt sie auch alles, was Er liebt."
Katharina von Siena (1347-1380)



"Es gibt keinen anderen Weg ganz zu sich selbst zu kommen, als den, dass man einmal ganz von sich selbst losgekommen ist."
Nikolaus von der Flüe (1417-1487)



"Nur wer die Wege Jesu geht in der Tat durch die Liebe, dem sind alle Sünden vergeben; denn die Liebe ist ein verzehrendes Feuer, es verzehrt die Missetaten und Laster im Menschen, so unser Herz in flammender Liebe um die Liebe unseres lieben Heilandes kämpft. Denn aus übergroßer Liebe zu Ihm erstirbt in uns ganz von selbst alles, was sich nicht mit der herrlichen heiligen Heilandsliebe vereinbaren lässt."
Georg Riehle (1872-1963)



"Wer da Gott nicht ernstlich sucht, sondern ganz den Gelüsten der Welt nachgeht, der verliert Gott, und Gott wird ihm keine Zeichen geben, aus denen er erkennen könnte, wie tief und wie weit er schon von Gott abgewichen ist. Erst wenn er aus eigenem Antrieb und Bedürfnis Gott wieder zu suchen anfangen wird, wird Gott Sich auch ihm zu nahen anfangen und Sich vom Suchenden auch insoweit finden lassen, inwieweit es dem Suchenden ein wahrer Ernst ist, Gott zu finden und zu erkennen." (Gr.Ev.Joh. Bd. 7 Kap. 156,12)
Jakob Lorber (1800-1864)



"Wenn jemand Gott vollkommen lieben will, so sucht er, alle Dinge, innere und äußere, die Gottes Liebe entgegen sind oder ihn davon ablenken, von sich abzutun."
Richard Rolle (1290-1349)



"Sei versichert, die Welt ist stets die gleiche, ein liebendes Gemüt sieht nur Liebe, wo ein erbittertes Hass und Zwietracht findet! Nicht die Welt selbst, sondern den Spiegel derselben nur siehst du in deinem Herzen; reinige den Spiegel, und das Abbild Meiner Natur, die stets die gleiche bleibt, wird sich dir bald auch reiner zeigen." (Lgh. S. 232)
Gottfried Mayerhofer (1807-1877)



"Mein Vater, ich überlasse mich dir;
mach mit mir, was dir gefällt.
Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir.
Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an.
Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt und an allen deinen Geschöpfen,
so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.
In deine Hände lege ich meine Seele.
Ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens,
weil ich dich liebe und weil diese Liebe mich treibt,
mich dir hinzugeben, mich in deine Hände zu legen, ohne Maß,
mit einem grenzenlosen Vertrauen.
Denn du bist mein Vater. Amen"
Charles de Foucauld (1858 - 1916)